Helga Buchegger
Reisegeschichten

 

"Rom für Anfänger"

 

2. Tag:
Area Sacra Argentina, Il Gesù, Santa Maria sopra Minerva, Santa Maria ad Martyres (Pantheon), Piazza Navona, Sant'Andrea della Valle, Cancelleria, Campo de' Fiori, Tiberufer, San Nicola in Carcere, Campidoglio, Musei Capitolini, Abendessen in Trastevere

Das Hotelfrühstück ist eine äußerst positive Überraschung. Es gibt ein Buffet, und es ist unerwartet reichhaltig. Das Gebäck ist ausgezeichnet und steht einem österreichischen Semmerl in nichts nach. Es gibt natürlich Butter und Marmelade, aber auch Schinken, Käse, ganz feine Croissants, Obst, Joghurt und Müsli. Der Kaffee ist wie jeder Hotel-Kaffee grauenhaft.

Dann gehen wir als erstes zum Touristenbüro in der Nähe von Termini. Wir kaufen uns dreimal Roma-Pass, füllen die Kärtchen aus, und wenig später sitzen wir schon in einem Bus, der uns zum Campidoglio bringen soll, denn für heute steht der Besuch der Musei Capitolini auf dem Plan. Wir sind aber leider zu spät ausgestiegen, und da wir uns schon näher der Altstadt befinden, werfen wir unseren Plan einfach um und gehen gleich auf die in der Umgebung liegenden Sehenswürdigkeiten los.

Da ist zunächst einmal die Area Sacra Argentina. Das soll eine der wenigen römischen Ausgrabungen sein, die nicht erst aus der Kaiserzeit, sondern schon aus der Zeit der Römischen Republik stammen. Man kann in das Areal leider nicht hinein. Es gibt hier einen Haufen Katzen, die sich offensichtlich in der Vormittagssonne recht wohl fühlen. Es befinden sich hier die Reste von vier Tempeln für irgendwelche Gottheiten, die mir nichts sagen und von verschiedenen Nebengebäuden. Ich gebe zu, so ganz genau will ich das meist bei den sehr alten Steinen gar nicht wissen, der Gesamteindruck zählt für mich und das Gefühl, jahrtausendealte Geschichte vor mir zu haben.

Wir gehen dann weiter zur Hauptkirche der Jesuiten, Il Gesù. Diese Kirche ist sozusagen der Prototyp vieler Jesuitenkirchen. Sie ist riesengroß, golden und mit Fresken üppig verziert. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass es mir beim Betreten fast jeder Kirche in Rom als erstes mal die Sprache verschlägt, weil die Dimensionen so ungewöhnlich sind, bevor ich noch fähig bin, sonst irgendwas zu bewundern.

In einer Seitenstraße stehen wir plötzlich vor einem kleinen Geschäft für Künstlerbedarf. Da kann ich natürlich nicht einfach vorbeigehen. In Wirklichkeit ist es gar nicht klein, sondern geht weit verwinkelt tief ins Gebäude hinein. Nicht dass ich irgendetwas brauchen würde, aber wenn sie Aquarellfarben von Maimeri gehabt hätten, wäre ich wahrscheinlich schwach geworden. Es gibt Aquarellfarben von allen möglichen Herstellern und alle möglichen Farben der Marke Maimeri, nur nicht Aquarell. Irgendwie ohnehin ganz gut, preiswert wären sie wahrscheinlich nicht gewesen und bei der Heimfahrt hätten sie zusätzliches Gewicht verursacht.

Plötzlich steht ein junger Mann vor uns, der irgendwie hektisch wirkt und uns um etwas fragt oder bittet. Wir verstehen zuerst nicht gleich, er will ein "fazzoletto", ein Taschentuch. Jetzt sehen wir auch warum, seine Hand blutet, indem er ziemlich dreckige Hände hat, ist das wahrscheinlich auch der Grund, warum er offensichtlich so nervös ist, aber vielleicht hat er auch ein ganz anderes Problem. Ich überlege schnell, ob wir nicht in unserem Rucksack ein Heftplaster haben, aber da findet Michael schon eines in seinem Geldtascherl und gibt es ihm. Er bedankt sich und hastet weiter.

Anschließend werfen wir einen Blick in das Schaufenster eines "Bischof-Ausstattungs-Geschäftes", ich habe keine Ahnung, wie man das wirklich nennt. Irgendwie belustigt mich der Gedanke, könnte man da einfach reingehen und sich eine Mitra kaufen? Leider sind keine Preisschilder an den ausgestellten Objekten, das hätte mich interessiert.

Eine ganz andere Kirche als Il Gesu ist Santa Maria sopra Minerva. Wie der Name schon sagt wurde sie auf den Resten eines Minerva-Tempels erbaut. Sie ist die einzige gotische Kirche Roms, darum bin ich schon sehr gespannt darauf. Gotische Kirchen mag ich gerne. Auffallend an der Kirche ist für mich neben dem schönen gotischen Gesamteindruck das viele intensive Blau auf dem Deckengewölbe und dass relativ viel Licht von draußen in die Kirche dringt.

Vor der Kirche steht wieder mal ein Obelisk. Dieser ist nur ein kleiner, aber trotzdem ein ganz besonderer, zumindest für mich. Er wird nämlich von einem Elefanten getragen, deswegen wird er von mir auch ganz genau und von allen Seiten fotografiert. Der Elefant stammt von Gian Lorenzo Bernini.

Wir nähern uns nun der Rückseite der Kirche Santa Maria ad Martyres, viel besser bekannt unter dem Namen Pantheon, und treten dann von der Seite auf die Piazza della Rotonda, die schon wieder von einem Obelisken geziert wird. Der kann aber seine Wirkung neben diesem grandiosen Bauwerk ohnehin nicht entfalten. Schon die Vorderansicht mit der vorgebauten Säulenhalle sieht toll aus, erst recht beeindruckt bin ich von der Ausstrahlung des Innenraums. Die Form ist simpel, ein kreisrunder Grundriss von ca. 43 Metern Durchmesser, darauf ein Zylinder mit einer aufgesetzten Halbkugel. Die Höhe der Halbkugel ist genauso lang wie die Höhe des Zylinders. Also die ganze Kugel würde im Bau Platz finden. Es sieht großartig aus.

Genau in dem Moment, als ich nach oben durch das Loch in der Kuppel blicke, fliegt ein Flugzeug drüber. Ich mache gerade noch Gerhard darauf aufmerksam, die Chance es aufs Foto zu bannen, habe ich allerdings verpasst. Es ging zu schnell. Das erste Pantheon wurde schon vor Christi Geburt von Marcus Agrippa erbaut, es brannte dann ein paarmal ab, im 2. Jahrhundert nach Christus wurde der jetzt noch erhaltene Bau unter Kaiser Hadrian errichtet. Anfang des 7. Jahrhunderts wurde das Heiligtum vom oströmischen Kaiser dem Papst geschenkt. Aus "alle Götter" wurde "alle Heiligen". Die Kirche wurde der Muttergottes und allen Heiligen geweiht und damit auch der Feiertag "Allerheiligen" am Freitag nach Ostern eingeführt. Auf den 1. November wurde dieser Tag wiederum erst ein Jahrhundert später verlegt.

Rom, Pantheon, VorhalleRom, Pantheon, Säulen in der VorhalleRom, Pantheon, Öffnung in der KuppelRom, Pantheon, Lichteffekt in der KuppelRom, Santa Maria ad Martyres (Pantheon), InnenansichtRom, Santa Maria ad Martyres (Pantheon), Eingangsbereich

Die Barockisierung hat in dieser außergewöhnlichen Weihestätte leider ihre Spuren hinterlassen und auch die Grabmäler von zwei italienischen Königen und einer Königin passen da irgendwie nicht wirklich hinein. Es stehen dort tatsächlich Monarchisten, die Unterschriften für die Wiedereinführung der Monarchie sammeln. Weit weniger auffällig ist das Grabmal des berühmten Raffael, der nur 37-jährig in Rom verstorben ist. Die Bronzebeschläge auf den Balken in der Vorhalle wurden einst entfernt und eingeschmolzen. Es wurden daraus Kanonen für die Engelsburg und der berühmte Baldachin im Petersdom gegossen. Einen Tag später werden wir vor diesem stehen.

Jetzt geht es aber weiter zur Piazza Navona. Es erwartet uns einer der schönsten Barockplätze Europas. Als ich dort stehe, bin ich aber relativ unbeeindruckt. Der Hauptgrund dafür ist wieder mal eine Baustelle. Eines der Hauptwerke Berninis, die Fontana dei Quattro Fiumi wird gerade renoviert. Nur der Obelisk schaut heraus. Durch Glaswände kann man Fragmente der vier Figuren sehen. Sie stellen die großen Ströme der damals bekannten Kontinente dar: Donau, Rio de la Plata, Ganges und Nil. Der Nil hat ein verhülltes Haupt, denn seine Quellen lagen noch im Unbekannten.

Die Kirche Sant'Agnese in Agone hat eine auffallend ausladende Fassade. Gegen den blitzblauen Himmel schaut dieses dadurch fast weiß wirkende Gebäude sehr effektvoll aus. Die Piazza Navona war einmal eine Pferderennbahn, die später errichteten Häuser wurden so gebaut, dass sie den damaligen Grundriss beibehielten. Heute ist der Platz angeblich besonders im Sommer und in den Abendstunden eine der frequentiertesten "Bühnen" Roms. Das kann ich jetzt natürlich nicht feststellen. Aber auf alle Fälle gibt es hier sehr viele Stände, die Bilder verkaufen, und die Straßenhändler sind ziemlich beherrschend. Wir geben uns also gezwungenermaßen mit dem Neptun-Brunnen daneben zufrieden und sitzen dort eine Zeitlang, um die Beine auszuruhen.

Dann besuchen wir die Kirche Sant'Andrea della Valle, sie ist ungemein prächtig, es gehen einem buchstäblich die Augen über. Sie hat nach dem Petersdom die zweitgrößte Kuppel Roms. In dieser Kirche sind zwei Päpste begraben, einer davon, Pius III, war der Papst mit der kürzesten Amtszeit, sie dauerte nur gut 2 Wochen. Eine der Seitenkapellen ist ein Schauplatz in der Oper Tosca von Giacomo Puccini.

Unser nächstes Ziel ist der Campo de' Fiori. Wir werfen einen kurzen Blick in den hübschen Innenhof der Cancelleria, bevor wir uns den wichtigsten Marktplatz von Rom anschauen. Hier ist wirklich viel los. Es gibt Fische, Fleisch, Wurst und Käse, Obst und Gemüse, Trockenfrüchte und Gewürze, aber auch Textilien und Taschen.

Am östlichen Ende des Platzes liegt das Teatro di Pompeo, schon 60 vor Christus gab es hier ein festes Gebäude für Theateraufführungen. Im selben Gebäudekomplex befand sich auch die Kurie, in der 44 vor Christus, an den Iden des März, Caesar ermordet worden ist. Der Campo de' Fiori selber war lange Zeit Richtstätte. Es wurde u. a. hier der Philosoph Giordano Bruno von der Inquisition hingerichtet. Das Denkmal mit seiner vermummten Gestalt erhebt sich inmitten des bunten Markttreibens.

Wir sind nun etwas unschlüssig, ob wir uns eine Trattoria suchen sollen oder ob wir uns mit den spärlichen Resten unserer Verpflegung, es gibt immer noch Kekserl, Schokobananen, Cola, zufrieden geben sollen. Wir gehen erst mal weiter in Richtung Tiber-Ufer. Da uns hier nichts Passendes in die Quere kommt, wählen wir die zweite Variante. Wir machen unsere Mittagsrast direkt am Tiber in unmittelbarer Nähe des Ponte Sisto. Hier ist es zur Abwechslung einmal menschenleer.

Wir gehen dann noch am Ufer weiter, unter dem Ponte Garibaldi hindurch, hier beginnt die Isola Tiberina. Es treibt hier eine Menge Plastik-Mist im Tiber. Ich trau meinen Augen nicht: Der weit größte Anteil dabei sind nicht etwa Plastikflaschen oder sonstige Behältnisse, nein, es sind Bälle, Fußball spielt bei den Italienern eben eine übergeordnete Rolle. Beim Ponte Fabricio gehen wir wieder zur Straße hinauf und lenken unsere Schritte in Richtung Campidoglio.

Wir machen noch schnell einen Abstecher in die Kirche San Nicola in Carcere, bevor wir die Stufen zum Kapitol emporklettern. Gerhard und ich stellen fest, dass wir schon leichte Ermüdungsanzeichen haben. Wir erreichen die Piazza del Campidoglio jetzt aber nicht über die davor befindliche Hauptstiege, sondern treten seitlich zwischen dem Palazzo dei Conservatori und dem Palazzo dei Senatori darauf zu. Hier wimmelt es wieder von Menschen. In der Antike stand hier der Tempel des obersten Gottes Jupiter. Das Kapitol war gegen Süden, also gegen das Forum Romanum ausgerichtet, erst in der Renaissance wurde es so umgestaltet, dass sich der Platz in Richtung Norden öffnet.

Der Palazzo dei Senatori an der Stirnseite ist der Sitz des römischen Bürgermeisters. Links davon befindet sich der Durchgang zum Foro Romano. Im Palazzo dei Conservatori und im Palazzo Nuovo sind die Musei Capitolini untergebracht. Die Entwürfe für die Stiege und den trapezförmigen Platz stammen von Michelangelo. Das Reiterstandbild des Marc Aurel ist eine Kopie. Das Original ist, um es vor weiteren Umweltschäden zu bewahren, im Museum untergebracht worden.

Wir überlegen kurz, ob wir bzw. unsere Beine eigentlich noch fähig sind, ein Museum, besonders ein so wichtiges, zu besuchen, aber indem wir nun schon direkt davor stehen, ist es wahrscheinlich doch die vernünftigere Lösung. Mit dem Roma Pass haben wir freien Zutritt, die Sicherheitskontrollen müssen wir aber natürlich über uns ergehen lassen. Zeit kostet es kaum, aber Michael kommentiert diese Prozedur mit ziemlich ablehnenden Worten und macht ein saures Gesicht dazu. Dann gibt es auch noch ein Problem mit der kleinen Stabtaschenlampe, die er unter anderem in der Manteltasche immer mit sich trägt (man weiß ja nie, was man so alles brauchen könnte. Ich bin übrigens genauso, nur die Utensilien die ich als "Erste Hilfe" herumtrage, sind eben andere). Der Sicherheitsbeamte möchte wissen, was das ist.

Von der Sinnhaftigkeit der Kontrollen bin ich ehrlich gesagt auch nicht sonderlich überzeugt, denn als ich durch die Schleuse gehe, piepst es heftig, aber das interessiert keinen, ich schaue anscheinend völlig harmlos aus. Wir müssen dann auch noch unseren Rucksack in der Garderobe abgeben, was meinen Sohn wiederum zu bösen Anmerkungen hinreißt über den "Drachen", der das von ihm verlangt hat.

Die Kapitolinischen Museen sind die ältesten öffentlichen Schausammlungen der Welt und wurden schon im 15. Jahrhundert eingerichtet. Sie sind absolut sehenswert, aus meiner Sicht ein unbedingtes Muss bei einer Rom-Reise. Man müsste natürlich mehr Zeit haben, um die ausgestellten Exponate auch wirklich zu betrachten, die Erklärungen dazu zu lesen, das was man sieht auch zeitlich, kulturell und stilistisch einzuordnen usw. Das geht aber nicht, so muss man sich einfach mit Schauen, Staunen und Fotografieren zufrieden geben. Es ist eine Fülle von Kunstwerken zu sehen.

Besonders gut gefällt mir die Halle, in der die originale Marc-Aurel-Statue aufgestellt ist. Wunderschön lichtdurchflutet, ein sehr großzügiger, ganz modern und trotzdem passend gestalteter Raum. Ich kann mich gar nicht satt sehen.

Besonders erwähnen möchte ich natürlich auch noch die Römische Wölfin, das Wahrzeichen Roms schlechthin. Die Statue stammt aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, die Zwillinge Romulus und Remus, die darunter hocken, sind erst im 15. Jahrhundert dazugekommen. Zu sehen gibt es außerdem noch Tempelausgrabungen, die Teile einer Kolossalstatue Konstantins, eine Münzsammlung, Büsten, Statuen, Figuren aus allen möglichen Epochen, z. B. den Dornauszieher, den Sterbenden Gallier (der eigentlich ein Galater ist) oder die Kapitolinische Venus, großartige Säle mit Wand- und Deckenmalereien und vieles mehr. Es ist schier unendlich. Das Tabellarium, ein unterirdischer Gang, verbindet die beiden Museumsteile miteinander. Von der Aussichtsterrasse aus hat man einen tollen Blick über die Stadt.

Hier in diesem Museum habe ich das schönste Rom-Erlebnis. Es geschieht völlig unerwartet, gerade das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass es so überwältigend ist. Wir befinden uns im Tabellarium. Wir gehen durch einen halboffenen, dunklen Gebäudeteil mit rohen Mauern. Ich bin ohnehin schon voll von den vielen Eindrücken, die sich hier bieten. Auf einmal stehen wir auf einer Art überdachten Riesenbalkon und blicken von hier ins Freie. Der Ausblick ist sowas von grandios. Mir stockt der Atem, mir bleibt der Mund offen stehen. Man kann hier die Reste des Forum Romanum zur Gänze und ganz frontal überblicken. Dazu der wolkenlos blaue Himmel und die langen Schatten, weil der zu dieser Jahreszeit noch kurze Tag schon langsam zur Neige geht. Ich fühle mich "angerührt" von der jahrtausendealten Geschichte dieser Stadt, irgendwie total ergriffen. Nicht dass ich sonst besonders von den ausgegrabenen alten Steinen hingerissen bin, aber das ganze Ensemble und genau in diesem Augenblick, es hat mich einfach erfasst!

Hier ist noch jemand, dem das offensichtlich gefällt. Es steht hier ein Mann mit einer großen schwarzen Zeichenmappe in der Hand. Mit Kohle oder Kreide hält er in großen schwungvollen Bewegungen fest, was er hier sieht. Mit dem ausgestreckten Arm beschreibt er auch in der Luft Linien und Bögen. Er nimmt also quasi Maß an dem, was er hier vor sich sieht, bevor er es auf das Papier überträgt. Ich gehe ein wenig näher hin, um zu sehen, wie seine Zeichnung aussieht. Aber er hat die Mappe leicht abgewinkelt zum Körper und der linke Arm verdeckt damit zum Großteil aus meiner Blickrichtung das Papier. Ich kann nicht sehr viel erkennen, aber es scheint eine eher freie Interpretation des Motivs zu sein.

Nach dem Museumsbesuch sind wir wirklich reif, uns auf den Weg ins Hotel zu machen und ein wenig auszuruhen. Für den Abend ist nur mehr Spazierengehen und ein Abendessen geplant. Wir fahren mit dem Bus zum Largo Argentina, von dort geht es mit der Straßenbahn über die Tiber-Brücke nach Trastevere (also jenseits des Tibers). Dort soll es nette, alte verwinkelte Gassen und viele kleine, gute Lokale geben. Wir steigen an irgendeiner Station aus, die uns passend vorkommt, wir haben kein bestimmtes Ziel. Zuerst gehen wir noch ein paar Runden in den kleinen Gässchen, dann betreten wir eines der Gasthäuser, das uns schon beim Vorbeigehen gut gefallen hat. Es heißt "Alle Fratte di Trastevere". Wir werden von einer jungen Frau an einen Tisch gebeten, im Gegensatz zum gestrigen Abend ist es gemütlich hier, es sind auch noch nicht alle Tische besetzt.

Silvia, so heißt die junge Dame, das finden wir später noch heraus, begrüßt uns mit einem Schwall Englisch. Sie erzählt uns offensichtlich gleich alles, was ihr wichtig erscheint, mehr als dass die Lasagne heute ganz frisch gemacht worden ist, verstehen wir aber nicht. Gerhard schaut sie freundlich an, bremst ihren Redefluss und sagt ihr auf Italienisch, dass er nicht Englisch kann und schaut in Richtung Michael. Das verwirrt sie jetzt etwas, sie schaut hilfesuchend zu Michael, und fragt ihn, ob er Englisch kann. Der bejaht, und sie legt gleich wieder los. Nun weiß ich aber, dass mein Sohn in Englisch ziemlich gut ist, ich habe mit dem Verstehen normalerweise auch kein Problem, aber wir schauen uns nur beide fragend und leicht irritiert an. Das römische Englisch ist, höflich ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig. Da wir offensichtlich noch immer nicht kapieren, was sie von uns will, wendet sie sich wieder an Gerhard und beschließt nun, es doch mit Italienisch zu versuchen. Das klappt dann auch perfekt, denn Restaurant-Italienisch ist für meinen Gerhard mittlerweile schon wirklich eine leichte Übung.

Gerhard und ich essen eine Fischplatte, Michael die besagte ganz frische Lasagne. Er ist sehr zufrieden und meint, dass es die beste Lasagne ist, die ihm bisher untergekommen ist, und das waren schon sehr, sehr viele. Auch unsere Fische sind wunderbar. Als Nachspeise gibt es noch Caffé für uns beide und Tiramisu für den Sohn. Inzwischen ist es rammelvoll in dem relativ kleinen Gastraum. Zufrieden und angenehm angegessen verlassen wir das Lokal und begeben uns auf den Heimweg.

Zuerst meinen wir, wir könnten noch mit der Straßenbahn ein Stück weiter hinauffahren und von dort auf das römische Lichtermeer blicken, aber da haben wir uns vorher nicht gut genug informiert. Wir sind auf einmal ganz allein in der Straßenbahn und an der Endhaltestelle, in einem Wohngebiet und von Aussicht keine Spur. Der Fahrer dreht das Licht aus, wir wissen also, dass wir hier aussteigen müssen. Die Straßenbahn macht eine Schleife. Wir überqueren die Schienen und steigen drüben wieder ein. Ich möchte ja ganz gerne wissen, was der sich über uns gedacht hat, "Die Touristen haben doch wirklich einen Vogel!" oder sowas Ähnliches. Müde fallen wir nach diesem anstrengenden Tag ins Bett.

 

Die kleinen Fotos von den Sehenswürdigkeiten kann man anklicken, um ein größeres Foto betrachten zu können.

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